Mietergenossenschaft Wöhlertgarten eG

Willkommen auf der Internetseite des Wöhlertgartens!

 

Wöhlertgarten Aquarell von Klaus-Jürgen Wittig

Wöhlertgarten
Aquarell von Klaus-Jürgen Wittig

 

Wir sind eine kleine Mietergenossenschaft in Berlin Mitte. Die Genossenschaft besitzt rund 120 Wohnungen und drei Gewerbeeinheiten.

Auf den folgenden Seiten können Sie sich über unsere Historie und unser genossenschaftliches Leben informieren.

Unter der Rubrik Wohnungsangebote und Gewerbeflächen finden Sie aktuelle Angebote und Beschreibungen.

Bei Interesse können Sie sich gern bei uns melden. Ansprechpartner und Kontaktdaten finden Sie unter der Rubrik Kontakt

„Frauen haben es angepackt, trotz der widrigen Umstände.“*

Dr. sc. Gerda Jasper

Am Sonntag, den 21.06.2026 verstarb unsere langjährige Freundin, Nachbarin und engagierte Wöhlertgärtnerin Gerda Jasper.

Als Gerda im Jahr 2002 in den Wöhlertgarten zog, stand sie mit beiden Beinen mitten und fest im Leben!

Eine typische Ostfrau eben – selbstbewusst, unabhängig, selbständig! Sie hatte neben dem Beruf studiert, später promoviert und habilitiert, ein Kind alleine großgezogen, an der Universität gelehrt und geforscht, arbeitete als Projektleiterin, Beraterin und Geschäftsführerin und das in überwiegend von Männern dominierten Bereichen.

Gerda beschäftigte sich mit feministischen Theorien schon vor der Wende und forschte zum Thema Frauenbeschäftigung in der DDR. Wann immer man Gerda traf, auf dem Weg nach Hause oder im Sturmschritt zur U-Bahn oder im Wöhlertgarten, sie nahm sich Zeit für ein Gespräch.

Wenn Gerda sagte: „Wir müssen uns mal wieder zu einem guten Gespräch mit einem Gläschen Wein treffen“, dann war das keine Floskel! Sie hielt Wort und meldete sich kurze Zeit später zur Terminabsprache!

Es folgte ein schöner Abend mit spannenden Themen, vielen Fragen, über deren Beantwortung es Wert war nachzudenken. Es wurden politische, soziale oder zeitgeschichtliche Themen besprochen und diskutiert, die letztendlich immer in irgendeiner Weise unseren kleinen Wöhlertgartenkosmos tangierten.

Der Anstoß zum Nachdenken über die „ach so großen Probleme“ führte uns nicht selten auf den Weg zu Lösungen.

Gerda war zu jedem Frühjahrs- und Herbstputz und auf jedem Fest eine große Hilfe bei der Vor- und Nachbereitung, solange es ihre Gesundheit zuließ.

Sie fragte vor jeder Fete, Veranstaltung oder Mitgliederversammlung telefonisch nach, wie sie helfen, was sie beisteuern kann, und entschuldigte sich, wenn es mal nicht passte. So schickte sie immer einen Salat oder eine Vertretung: Wenn ihre späte große Liebe Jürgen nicht konnte, dann eben eine Freundin. Besonders gerührt waren wir, die „Damen des Vorstands“, über die Blumen des Dankes, die uns nach jeder Wiederwahl erreichten, sowie über den „Jahresendrotwein“!

Gerda rief uns kurz vor ihrer Operation an, um sich zu entschuldigen, dass sie zur Mitgliederversammlung nicht kommen kann.

Wir haben wie immer geschmunzelt … Nun wird sie nie wieder anrufen …

Wir sind traurig, denn Gerda wird uns unendlich fehlen!

Der Vorstand

*zitiert von Tügel, Nelli in: „Weil ich wusste, was uns erwartet“ – an.schläge – Das feministische Magazin