Mietergenossenschaft Wöhlertgarten eG

Geschichte

Der Wöhlertgarten ist Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet worden. Nach derzeitigen Erkenntnissen wurde er im Jahr 1913 bezogen. Ursprünglich umfasste die Wohnanlage 14 Häuser und Hinterhäuser, ein Haus wurde während des Krieges zerstört und zwei Hinterhäuser so stark beschädigt, dass sie Anfang der 50er Jahre abgerissen werden mussten.

Im Laufe der Zeit wechselten mehrfach die Besitzer.

Hoffest Anfang der 50er Jahre ©  Ingrid Bläsing
Hoffest Anfang der 50er Jahre © Ingrid Bläsing

Als der bis dato letzte Besitzer des Wöhlertgartens, die Wohnungsbaugesellschaft Mitte im Zuge der Reprivatisierung nach der Wende in der DDR den Wöhlertgarten verkaufen wollte, missachtete sie das gesetzlich verankerte Vorkaufsrecht der Mieter. Diese nutzten den Umstand und schlossen sich am 17. Juni 1999 zu einer Genossenschaft zusammen.

Wöhlertgarten in den 50er Jahren ©  Ingrid Bläsing
Wöhlertgarten in den 50er Jahren © Ingrid Bläsing

Mit Hilfe von Fördermitteln und weitgehend günstigen Krediten konnten die nun noch elf Häuser des Ensembles, die in desolatem baulichen Zustand waren, feinfühlig rekonstruiert werden. Noch vorhandene Originale, zum Beispiel Öfen, Türen, Klinken und Blenden oder Stuck, wurden erhalten.

Die Genossenschaftsgründung und auch das Genossenschaftsleben gingen in den ersten Jahren nicht ohne Probleme ab, hinzu kamen bereits nach relativ kurzer Zeit erhebliche finanzielle Schwierigkeiten, die vor allem aus der Neuordnung der Berliner Bezirke und des damit fallenden Mietspiegels resultierten. Nach sieben Jahren intensiver Bemühungen des ehrenamtlichen Vorstandes konnte das Problem gemeinsam mit dem Senat und den Kredit gebenden Banken ausgeräumt werden. Mittlerweile steht die Genossenschaft wieder auf solidem wirtschaftlichen Boden.